Schon immer hat sich mein Interesse der Entschlüsselung des menschlichen Unterbewusstseins durch seine Symbole zugewendet. Dieses Interesse brachte mich dazu in Kolumbien, meinem Herkunftsland, Kunst zu studieren, während ich parallel dazu verschiedene Kurse in Kreativität und künstlerischem Ausdruck mit Kindern verschiedener Altersstufen durchführte.

Später begann ich Psychologie, sowie Philosophie und Geschichte zu studieren, immer auf der Suche nach der Unendlichkeit und der Endlichkeit des menschlichen Unterbewussten. Meine Aufgabe in diesen Jahren bestand darin, eine therapeutische, pädagogische und künstlerische Methode zu entwickeln, die eine Einheit von Fühlen, Denken und Handeln in einer spielerischen und kreativen Synthese befördert.

So arbeitete ich viele Jahre als Kunsttherapeutin mit Kindern und Jugendlichen. Während dieser Jahre setzte ich meine künstlerische Arbeit fort, oder besser gesagt, erweiterte sie sich zu einer Tätigkeit, die nicht nur das Bildnerische, Dreidimensionale als formale künstlerische Sprache umfasst, sondern auch das Alltägliche der Menschen als ästhetisches, ethisches und kreatives Angebot begreift.

Seit 2000 lebe ich in Deutschland. Diese Jahre stellten eine machtvolle, wundervolle und auch schwierige Erfahrung für mich dar. Die Erfahrung, eine neue Familie, eine neue Sprache und ein historisches und kulturelles Vermächtnis wie das deutsche zu erben, stellt neben der schönsten und herausforderndsten Erfahrung, nämlich derjenigen Mutter zu sein, das Element dar, das meine bildnerische Arbeit am meisten bereichert hat.